Welt am Draht

Welt am Draht (1973)

Regie: Rainer Werner Fassbinder; Drehbuch: Fassbinder, Fritz Müller-Scherz nach Simulacron-3 von Daniel F. Galouye; Kamera: Michael Ballhaus; Musik: Gottfried Hüngsberg, Fleetwood Mac; Darsteller: Klaus Löwitsch, Barbara Valentin, Mascha Rabben, Günter Lamprecht, Ulli Lommel, Adrian Hoven, Ivan Desny, Kurt Raab, Margit Carstensen, Ingrid Caven, Walter Sedlmayr, Eddie Constantine, Rainer Langhans, Magdalena Montezuma. DCP, Farbe, 213 min Restaurierte Fassung

Nach dem ungeklärten Tod seines Vorgängers wird Fred Stiller zum Direktor des "Instituts für Kybernetik und Zukunftsforschung" berufen, wo ein Supercomputer rund um die Uhr eine simulierte Welt am Laufen hält, bevölkert von "Identitätseinheiten", die sich für ganz normale Menschen mit eigenem Bewusstsein halten. Als vor Stillers Augen der Sicherheitschef des Instituts verschwindet, scheint dessen gesamte Existenz schlagartig gelöscht. Inmitten industrieller Intrigen führen Nachforschungen in die virtuelle Welt – und zu Zweifeln an der eigenen "Wirklichkeit". Fassbinders einziger Sci-Fi-Ausflug: ein bitterböser TV-Zweiteiler, der philosophische Kino-Spekulationen der Internet-Ära von eXistenZ bis The Matrix vorwegnimmt, als vielschichtiger Verschwörungskrimi aus der leblosen Neonlicht-Firmenhölle voller Monitore – eine irritierende, überwachte Spiegelwelt, bevölkert von entfremdeten und neurotischen Fassbinder-Figuren. The Future is Now. (C.H.)
 
5 Minuten Pause

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