Hélas pour moi (Weh mir)

Hélas pour moi (Weh mir) (1993)

Regie, Drehbuch: Jean-Luc Godard; Kamera: Caroline Champetier; Musik: J.S. Bach, Schostakowitsch, Beethoven, Tschaikowski; Darsteller: Gérard Depardieu, Laurence Masliah, Bernard Verley, Roland Blanche, Louis-Do de Lencquesaing. 35mm, Farbe, 84 min

In Je vous salue, Marie hatte Godard ungewohnt ernst den christlichen Zeugungsmythos in die Gegenwart verlegt, hier geschieht ein vergleichbarer Transfer mit dem griechischen Mythos von Amphitryon und Alkmene oder mit dem Gott (Gérard Depardieu), der sich in den Körper eines Menschen begibt, um Verlangen, Lust, Verwirrung und Qual der Sterblichen zu erfahren. In einem kleinen Ort am Genfersee umarmt eine Frau voll Leidenschaft den Gatten, obgleich ihr (tatsächlicher) Gatte fern auf Geschäftsreise weilt. Godard greift das Geheimnis des Doppelgängermotivs aus Nouvelle Vague auf und macht einen anderen Film daraus. Mit zwei Dutzend Tonspuren, einem Chor von Stimmen, einer Woge von Andeutungen, einer Welle von Auslassungen, prächtig ruhigen Bildern und einem Rätsel führt Godard das Medium Film in Eigenregie fort, aber nicht zu einem Ding namens Ende. "Denn das Kino ist das, was zwischen den Dingen ist, nicht die Dinge selbst." (H.T.)

Screening dates:

Do 20.04.2017 21:00
(Frz. OmdU)
Do 27.04.2017 19:00
(Frz. OmdU)