Detroit, 2017, Kathryn Bigelow (Foto: François Duhamel)

Detroit (2017)

Regie: Kathryn Bigelow; Drehbuch: Mark Boal; Kamera: Barry Ackroyd; Musik: James Newton Howard; Darsteller: John Boyega, Will Poulter, Algee Smith, Jacob Latimore, John Krasinski, Anthony Mackie. DCP, Farbe, 144 min
 
1967: Rassenunruhen quer durch die USA, auch in Detroit herrscht Ausnahmezustand. Ein Sondereinsatz-Kommando hält Platzpatronenschüsse für echte und dringt ins Algiers Motel ein, um zehn Afroamerikaner und zwei weiße Frauen zu Geständnissen zu zwingen, indem im Nebenzimmer die Exekution von Verdächtigen vorgetäuscht wird. Dieses death game ist der lange Kammerspiel-Kern zwischen Bigelows pseudodokumentarischer (samt nahtlos eingebundener found footage) Schilderung der race riots und des gerichtlichen Nachspiels. Von der historischen Basis bei The Weight of Water und K-19 geht eine Linie zum "Kinojournalismus", den Bigelow seither mit Autor Mark Boal betreibt: Recherche wird Film, als immersives Erlebnis und Sozialanalyse. Ihren Werken zum Irakkrieg und den Folgen wurde Rechtfertigung der US-Intervention vorgeworfen, in Detroit bringen sie den Krieg heim – als schonungslose Auseinandersetzung mit einem Rassismus, der vor 50 Jahren so empörend und fatal wirkt(e) wie heute. (C. H.)
 
Freier Eintritt für Fördernde Mitglieder

Screening dates:

Fr 01.12.2017 20:30
(Engl. OmdU)