Zero Dark Thirty, 2012, Kathryn Bigelow (Foto: Jonathan Olley)

Zero Dark Thirty (2012)

Regie: Kathryn Bigelow; Drehbuch: Mark Boal; Kamera: Greig Fraser; Musik: Alexandre Desplat; Darsteller: Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Reda Kateb, Mark Strong, Kyle Chandler, Fares Fares, Edgar Ramírez, James Gandolfini, Joel Edgerton, Chris Pratt. 35mm, Farbe, 157 min
 
Zehn Jahre CIA-Jagd nach Osama bin Laden auf zweieinhalb Stunden kondensiert. Am Anfang: schwarze Leinwand zu 9/11-Telefonanrufen aus den brennenden Twin Towers; am Ende: die tödliche Attacke auf Bin Ladens Versteck in Abbottabad 2011 als halbstündiges Handkamera-Echtzeit-Virtuosenstück im grünen Glimmer der Nachtsichtgeräte. Dazwischen die prozessorientierte Rekonstruktion einer Langzeitoperation, im Zentrum die CIA-Agentin Maya (Jessica Chastain), zugleich Verkörperung der Krise einer Nation im war on terror. Beim Erscheinen gab es Erregung um eine angebliche "Pro-Folter"-Haltung, dabei regiert Ambivalenz. Kleinteilige, mal gefährliche, mal mühselige Nadel-im-Heuhaufen-Suche mit unerwarteten Seitenblicken (etwa auf Sexismus und Hackordnungen innerhalb der CIA). Der Ton: kühl und neutral, detailreich und distanziert. Zuletzt: kein Triumph, sondern Tränen. (C.H.)

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