Le Journal d’une femme de chambre (Tagebuch einer Kammerzofe), 1964, Luis Buñuel

Le Journal d'une femme de chambre (Tagebuch einer Kammerzofe) (1964)

Regie: Luis Buñuel; Drehbuch: Buñuel, Jean-Claude Carrière nach dem Roman von Octave Mirbeau; Kamera: Roger Fellous; Darsteller: Jeanne Moreau, Georges Géret, Michel Piccoli, Jean-Claude Carrière, Muni. 35mm, s/w, 97 min
 
Französische Provinz 1930. Landadel, Dienerschaft und Klerus aus der Sicht eines Zimmermädchens. Die Villa der aristokratischen Familie als Treibhaus für sexuelle Verklemmungen, Ignoranz, Fetischismus, Schürzenjägerei, Standesdünkel und politische Blindheit. Was Buñuel von Jean Renoirs Octave-Mirbeau-Verfilmung aus dem Jahre 1946 unterscheidet, ist nicht nur die beiläufige Kühle und trocken-präzise Unerbittlichkeit der Inszenierung. Individuelle Moral, so Buñuel, interessiere ihn nicht, umso mehr diejenige der Gesellschaft. Seine Filme seien gemacht, um letztere vom Grund her und als Ganzes in Frage zu stellen. (H.T.) Es geht auch nicht bloß um bürgerliche Dekadenz. "Es kam ihm darauf an, das untergehende Bürgertum als Nährboden des Faschismus darzustellen. Deshalb ließ er den Film um 1930 spielen und machte aus den Dreyfus-Gegnern des Romans Anhänger der 'Action Française'." (Frieda Grafe)

Screening dates:

Do 28.12.2017 20:30
(Frz. OmdU)