Peau d'âne

Peau d'âne (1970)

Regie, Drehbuch, Liedtexte: Jacques Demy nach einem Märchen von Charles Perrault (1715), Kamera: Ghislain Cloquet, Musik: Michel Legrand, Darsteller: Catherine Deneuve, Jean Marais, Jacques Perrin, Micheline Presle, Delphine Seyrig. Farbe, 89 min, OmeU Restaurierte Fassung
 

Eines der ältesten Projekte Demys, die Verwandlung eines Kasperl-Spiels: ein Feentraum, Perrault gebrochen durch Cocteau gebrochen durch Grimault, also ein Film der Einsicht, in dem alles mit einer Art Blendung beginnt. Rasend vor Schmerz über den Tod seiner geliebten Frau, verfällt der Blaue König der gemeinsamen Tochter, die der Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Doch aller Wahn hat sein Gutes, denkt sich die Patin des Mädchens, die flink-frivole Flieder-Fee: Flugs sorgt sie dafür, dass sich die junge Schöne versteckt, unter einer Eselshaut und an einem Ort, wo sie den Roten Prinzen, Thronfolger des verfeindeten Reiches, treffen wird. Eine neue Zeit könnte kommen. Ein tolldreistes Werk der Brüche und Betörungen, das sich jeder Klassifizierung widersetzt und immer somnambul sicher die High Camp-Kurve kratzt, also: die schöne Verschmelzung von Cinéma de qualité und Nouvelle Vague. (R.H.)
 
Publikumsgespräch mit Rosalie Varda-Demy und Mathieu Demy am 21.10.