Trois places pour le 26

Trois places pour le 26 (1988)

Regie, Drehbuch, Chansons: Jacques Demy, Kamera: Jean Penzer, Musik: Michel Legrand, Darsteller: Yves Montand, Jacques Nolot, Mathilda May, Françoise Fabian, Mathieu Demy. Farbe, 102 min, OmdU
 

Man muss Abschied nehmen von allen Vorspiegelungen und aufbegehren gegen alles gesichert, geklärt Erscheinende, Grenzen muss man überschreiten, manchmal, und nie darf man bereuen, nie. Und wenn ein Schiff lockt mit seinem Tuten, erfüllt von Ferne, dann muss man es besteigen, irgendwann einmal, so lange noch Zeit ist. Einer, der die Illusion zu seinem Leben machte und dereinst ein Schiff bestieg, Charons Nachen nun näher als dem nächsten Dampfer, kehrt heim, in den Süden, nach Marseille: Er ist ein Star des Chansons, Yves Montand, wie er singt und tanzt, endlich wieder für seine Leute. In jener Welt, aus der er kam, verfällt er einer jungen Frau und sie ihm: Sie sind einander vertraut, sie verwandeln einander für Augenblicke, ein Kreis schließt sich. Eine Art genderbending-Medea (oder eher ein verdrehter Ödipus?), zärtlich wie vergebend, mit Tanz und Gesang auf der Bühne wie im Leben, voller Licht, ein Kind seiner Zeit in den Stoffen und Farben. Vor allem: ein Film mit Yves Montand. (R.H.)
 
In Anwesenheit von Rosalie Varda-Demy am 22.10.