Laura

Laura (1944)

Regie: Otto Preminger; Drehbuch: J. Dratler, S. Hoffenstein, B. Reinhardt, Ring Lardner Jr.; Kamera: Joseph La Shelle, Lucien Ballard; Musik: David Raksin; Darsteller: Gene Tierney, Dana Andrews, Clifton Webb, Vincent Price. s/w, 88 min, Engl. OF
 
Das Kinostück wird beherrscht und ruhelos gehalten vom Bild einer (vermeintlich toten) Frau, die als Gemälde über dem Kamin die Phantasie und als real erscheinendes Imago die Träume und Begehrlichkeiten dreier Männer heimsucht. Eine Art romantischer Verzauberung strömt einem Windzug gleich durch diesen Film, der wie ein Triptychon aus den Blickweisen und Erzählungen seiner Protagonisten gemalt ist. Face in a misty light: Dana Andrews erliegt der Faszination einer Person, die, wie er annimmt, zu Tode gebracht worden ist und die er nur von Berichten und einem Porträt her kennt. Clifton Webb hingegen liebt dieselbe Frau, die dennoch ein anderes Wesen ist, das er pygmaliongleich als sein eigenes Idealwerk geschaffen hat. Die Noir-Sprache, das Vokabular der Rückblenden, Kameragleitfahrten, ins Dunkel sich öffnenden Türen, der Spiegel und Gitterschatten, beherrscht Otto Preminger kongenial wie seine besten Kollegen. Seine Kühle indes, seine Eleganz und sein Wille zum Stil sind in der Schwarzen Serie singulär geblieben. (Harry Tomicek)

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