Quai des brumes

Quai des brumes (1938)

Regie: Marcel Carné; Drehbuch: Jacques Prévert; Kamera: Eugen Schüfftan; Musik: Maurice Jaubert; Darsteller: Michèle Morgan, Jean Gabin, Michel Simon, Pierre Brasseur, René Génin. s/w, 89 min, Frz. OmdU
 
Der Lorbeer gebührt den Rebellen und denen, die bedingungslos lieben, sagen Carné und Prévert in ihrem wunderbaren Film. Le Havre, im Studio errichtet: ein realer Ort und viel mehr noch eine Stadt an der Kippe der Wirklichkeit, am Rand des Meeres und der Träume. Physisch und metaphysisch: Nebelweiß des Verlöschens. Ein Film, der einen Mythos mit Hilfe archaischer Personnagen fabuliert - den Mythos des Scheiterns. Michèle Morgan, die Fliehende. Michel Simon, das Ungetüm im Bourgeois. Pierre Brasseur, der Profiteur und Feigling. Und schließlich Jean Gabin, Deserteur, Proletarier voll Ekel und müde gewordenem Stolz. Und mehr als ein flüchtiger Soldat: die inkarnierte Verweigerung. Der Außenseiter schlechthin, der Protagonist der Moderne. Einer gegen Konvention, Gesellschaft, den Rest der Welt. Der Mann der Einsamkeit. Poet der Desillusion. Held der Revolte. „Wenn wir den Krieg verloren haben“, verkündeten 1940 Vichy-Parolen, „dann trägt Quai des brumes daran Schuld.“ (Harry Tomicek)

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