Quai des Orfèvres

Quai des Orfèvres (1947)

Regie: Henri-Georges Clouzot; Drehbuch: Jean Ferry, Clouzot nach einem Roman von Stanislas-André Steeman; Kamera: Armand Thirard; Musik: Francis López; Darsteller: Louis Jouvet, Suzy Delair, Bernard Blier, Simone Renant, Jean Daurand. s/w, 107 min, Frz. OmeU
 
In der Filmgeschichte hat man Henri-Georges Clouzot gern als (schwächeren) „französischen Hitchcock“ und bissigen Misanthropen abklassifiziert. Beide Zuschreibungen stellt er in diesem ausgezeichnet besetzten, atmosphärisch bestechenden Noir auf den Kopf, ohne je in Sentimentalität zu verfallen oder Stereotypen zu bemühen. Die Krimi-Handlung um die Mordermittlungen eines Inspektors (groß: Louis Jouvet) in der Halbwelt von Künstlern und Gangstern ist ihm hier hauptsächlich Vorwand für eine enorm detailreiche Milieuschilderung und komplexe Figurenzeichnung. Die großen emotionalen „Überraschungseffekte“ des Films verdanken sich nicht der Aufklärung des Verbrechens, sondern der unerwarteten Aufdeckung von Seelenverwandtschaft zwischen dem Ermittler und den Haupt-verdächtigen, darunter eine Sängerin mit dem Bühnennamen Jenny Lamour und einem so unscheinbaren wie eifersüchtigen Gatten. (C.H.)

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