Die Mahnung, 1982, J. A. Bardem (Foto: DEFA Stiftung © Parsech Schubaraljan)

Die Mahnung

Regie: J. A. Bardem; Drehbuch: J. A. Bardem, Liuben Stanev; Kamera: Plamen Wagenstein; Schnitt: Liliana Mijova; Musik: Kiril Tsiboulka; Darsteller: Petyr Gjurow, Assen Dimitrow, Boris Lukanow. DDR/Bulgarien/Sowjetunion/Ungarn, 1982, 35mm, Farbe, 143 min. Deutsch

Der engagierte Kommunist Bardem hatte unverdientermaßen die Gunst der gehobenen Kritik verloren, als er sich in den 1960ern kommerzielleren Projekten zuwandte – was sich auch nicht mehr änderte, als er nach dem Tod von Diktator Franco offensiv politische Sujets anging. Der faszinierendste Film dieser Spätphase ist Die Mahnung, eine wuchtige osteuropäische Koproduktion zum 100. Geburtstag des einstigen bulgarischen Ministerpräsidenten Georgi Dimitroff. Als Angeklagter im Schauprozess der Nationalsozialisten gegen die angeblichen Reichstags-Brandstifter gelang es Dimitroff mit rhetorischer Brillanz, die Verhandlung zum Debakel für die Nazis zu machen. Der Prozess steht auch im Zentrum von Bardems Film, der außergewöhnliches Archivmaterial mit Spielszenen kombiniert, um Dimitroffs Bemühungen zu schildern, eine Einheitsfront gegen den Faschismus aufzubauen. Dimitroffs Zeit in Österreich spielt ebenfalls eine Rolle, nicht zuletzt in einer Traum-Begegnung mit dem Wiener Sozialisten Otto Bauer. (C. H.)