The Virgin Suicides, 1999, Sofia Coppola

The Virgin Suicides

Sofia Coppola, US 1999; Drehbuch: Sofia Coppola nach dem Roman von Jeffrey Eugenides; Kamera: Ed Lachman; Schnitt: Melissa Kent, James Lyons; Musik: Air (Nicolas Godin, Jean-Benoît Dunckel); Darsteller*innen: Kirsten Dunst, Hanna R. Hall, A.J. Cook, Chelse Swain, Leslie Hayman, Josh Hartnett, James Woods, Kathleen Turner. 35mm, Farbe, 96 min. Englisch mit dt. UT
 
"Cecilia was the first to go." Das jüngste von fünf Schulmädchen aus repressivem Haushalt (Kathleen Turner als bigotte Mutter, James Woods als geistesabwesender Vater) überlebt einen Suizidversuch, stürzt sich jedoch bald darauf in den Tod – woraufhin sich die Familie noch weiter abschottet, mit tragischen Folgen. Sofia Coppolas Debütfilm liefert eine bewusst unzuverlässige Chronik der laufenden Ereignisse des Jahres 1975 aus dem Blickwinkel der verklärten Erinnerung eines von den Mädchen – und insbesondere von Schulschwarm Lux (Kirsten Dunst) – faszinierten Nachbarsjungen. Ein traumgleicher, in ästhetisiertem Dekor und kunstvollen Tonspur-Arrangements (samt ätherischen Pop-Girlanden von Air) schwelgender Schattenseiten-Entwicklungsroman: Hinter den sonnenbeschienenen Bildern der kleinstädtischen Welt offenbart sich nicht idyllischer Charme, sondern die Resignation enttäuschter Erwartungen. (C.H.)