Pilgrim, Farewell, 1980, Michael Roemer

Pilgrim, Farewell

Michael Roemer, US 1980; Drehbuch: Michael Roemer; Kamera: Franz Rath; Schnitt: Terry Lewis; Darsteller*innen: Elizabeth Huddle Nyberg, Christopher Lloyd, Laurie Prange, Leslie Paxton, Shelley Wyant, Elizabeth Franz. 35mm, Farbe, 102 min. Englisch
 
Michael Roemer greift Themen aus seinem Dokumentarfilm Dying wieder auf, diesmal in Form eines Spielfilms und die emotionale Dynamik umdrehend. Zeigten die Menschen in Dying, deren Leben zu Ende geht, im Gegensatz zu ihren Angehörigen selbst keinen erkennbaren Zorn, versucht die unheilbar an Krebs erkrankte Kate in Pilgrim, Farewell ihre Wut auf die Welt und die ihr nahestehenden Menschen zu bewältigen, als sie und ihre Familie das Ende des Sommers in Vermont verbringen. Mit zurückhaltender Inszenierung, einem einzigen Schauplatz und einer kleinen Besetzung könnte man Pilgrim, Farewell nicht nur als Kammerspiel, sondern gar als kleine Symphonie beschreiben. Roemers einfühlsamer und ruhiger psychologischer Realismus erinnert mit seiner emotionalen Intensität an John Cassavetes, in seinem beiläufigen Stil an Eric Rohmer. (J.P.)