Barry Lyndon, 1975, Stanley Kubrick (Image courtesy of Park Circus/Warner Bros.)

Barry Lyndon

Stanley Kubrick, GB/US 1975; Drehbuch: Stanley Kubrick nach dem Roman The Luck of Barry Lyndon von William M. Thackeray; Kamera: John Alcott; Schnitt: Tony Lawson; Darsteller*innen: Ryan O'Neal, Marisa Berenson, Hardy Krüger, Steven Berkoff. 35mm, Farbe, 184 min. Englisch
 
Ryan O'Neal als ehrgeiziger irischer Abenteurer, der es vom Dasein als Militärdeserteur und Spieler durch die Heirat mit der wohlhabenden Lady Lyndon (Marisa Berenson) schließlich zum Leben in luxuriösem Überfluss bringt. Aus Thackerays schelmischer Satire über einen Lebemann des 18. Jahrhunderts schuf Kubrick einen der visuell opulentesten Filme aller Zeiten, der mehrfach oscarprämiert wurde. Er entfaltet ein historisches Panorama mit einem Ausmaß an Akkuratesse, Akribie und abenteuerlicher Schönheit, das im Kino kaum Parallelen hat. Tatsächlich entzieht sich die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Barry Lyndon den üblichen Kategorien in einer viel tieferen Dimension. Nichts bietet Halt in diesem betörend und durchdringend kalt inszenierten Film, in dem die Genregrenzen Fallgruben, die Schlachten Gemetzel, die Duelle Orgien der Lächerlichkeit und die zurückweichenden Kamerafahrten Chiffren der Entzauberung und des Untergangs sind. (J.M./H.T.)
 
Einführung von Christoph Huber am 10.6.2026
 
Courtesy George Eastman Museum