Alyonka, 1961, Boris Barnet

Alyonka

Regie: Boris Barnet; Drehbuch: Sergei Antonov; Kamera: Igor Chernykh; Schnitt: L. Galkova; Musik: Kirill Molchanov; Darsteller: Natalya Ovodova, Irina Zarubina, Vasiliy Shushkin, Nikolay Bogolyubov, Erast Garin. SU, 1961, 35mm, Farbe, 87 min. Russisch mit engl. UT
 
Die Titelheldin von Boris Barnets vorletztem Film Alyonka ist ein neunjähriges Mädchen – inmitten der Lastwagenkonvois mit Siedlerpionier*innen, die sich 1955 unter dem schönsten Sovcolor-Himmel von der Stadt ins "jungfräuliche Land" der kasachischen Steppe begeben. Barnet, stets unberechenbar, konstruiert das liebevolle Roadmovie entlang einer experimentierfreudigen Serie von Rückblenden, in denen Alyonka und ihre teils recht exzentrische Reisegesellschaft einander ihre (offenen) Geschichten erzählen. Barnet kleidet sie in eine gleichermaßen offene Form, spielt mit Zeit und Erzählung: Aus den tragikomischen Episoden entsteht dabei im Gegensatz zu anderen Sowjetfilmen kein heroisierendes Bild der Pioniere, sondern, ganz Barnet, ein zutiefst menschliches. Und weil Alyonkas Bericht von ihren mathematischen Missverständnissen mit dem Lehrer der lustigste ist, bekommt sie zum Schluss auch ein Eis. (C.H.)

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