Am Rande der Welt, 1992, Goran Rebić

Am Rande der Welt

Ein Film von Goran Rebić; Kamera: Jerzy Palacz; Schnitt: Frank Soiron. AT, 1992, 35mm, Farbe, 92 min. Englisch, Georgisch, Russisch mit dt. UT
 
Davor:
Gekommen bin ich der Arbeit wegen Goran Rebić. AT, 1987, DCP (von Super 8), Farbe, 22 min. Deutsch mit engl. UT
 
Ein Land im radikalen Umbruch. Noch vor dem Zerfall der Sowjetunion 1991 erklärte Georgien seine Unabhängigkeit, Hoffnung liegt in der Luft. Als Goran Rebić und sein Team ein Jahr nach dieser "Zeit der Lieder" wiederkehren, herrscht Bürgerkrieg. In den Straßen von Tiflis regieren Angst und Gewalt. In bemerkenswerten Bildern werden die Veränderungen eingefangen, die allgemeine Entwicklung ist mit intimen persönlichen Porträts kombiniert: etwa vom Schauspieler, der sich bei seiner Rückkehr aus Europa als Fremder fühlt. Oder vom Englischlehrer, der unerwartet zum bewaffneten Armeeoffizier geworden ist. Beschwörung von Leben, wie es so nicht mehr existiert und Spiegel einer Verzweiflung, wie sie in der Welt (noch immer) weiterwächst. Als Vorfilm präsentiert Rebić sein originelles Porträt der Einwanderergeschichte seines Vaters, zugleich ein Manifest seiner filmischen Handschrift. (C.H.)
 
Anschließend Goran Rebić im Gespräch mit Anna-Katharina Laggner