Ole dole doff (Raus bist du), 1968, Jan Troell (Foto: Swedish Film Institute)

Ole dole doff (Raus bist du)

Regie, Kamera, Schnitt: Jan Troell; Drehbuch: Jan Troell, Bengt Forslund, Clas Engström nach dessen Roman Ön sjunker av; Musik: Lars Lalin; Darsteller: Per Oscarsson, Ann-Marie Gyllenspetz, Kerstin Tidelius, Bengt Ekerot. SE, 1968, DCP (von 35mm), sw, 110 min. Schwedisch mit engl. UT
 
Für Lehrer Mårtensson (Per Oscarsson) wird der Umgang mit seinen Sechstklässlern zur Herausforderung: Mangels Durchsetzungsvermögen setzt er auf Strenge, was die Schüler erst recht dazu anstachelt, ihn zu provozieren. Sein Plädoyer für demokratischere Unterrichtsformen führt am Elternabend zu Skepsis: Die Mehrheit glaubt an harte Autorität. Der Druck von allen Seiten und die Selbstüberschätzung führen schließlich zur Eskalation. Troell war (wie seine Koautoren) selbst Lehrer und drehte an seiner alten Schule: Die Authentizität (etwa wenn die Kinder gelegentlich glaubhaft bösartig agieren, ohne dabei je monströs überzeichnet zu wirken) vertieft die beunruhigende Kraft dieses keineswegs objektiven Films, der die Angst seines Protagonisten aber auch nicht rein subjektiv zeichnet, sondern durch unvorhersehbare Wendungen und unangenehme Situationen eine Fusion von Alptraum und Alltag erreicht, die zu etwas Größerem wird. Das Porträt eines Mannes, der in der modernen Welt untergeht. Eines der geheimen Meisterwerke von (und zu) 1968. (C.H.)