Sagolandet (Das Märchenland), 1988, Jan Troell (Foto: Swedish Film Institute)

Sagolandet (Das Märchenland)

Ein Film von Jan Troell; Musik: Tom Wolgers. SE, 1988, DCP (von 16mm), Farbe und sw, 184 min. Schwedisch mit engl. UT
 
Jan Troell hat parallel zu seinen berühmteren Spielfilmen stets dokumentarisch gearbeitet, mit demselben außergewöhnlichen Gespür für Details, anhand derer er große Dinge des Lebens verhandeln kann, die dem Kino anderswo oft zum Klischee gerinnen und es symbolschwer zu Boden ziehen. Das Dokumentarepos Sagolandet ist in dieser Hinsicht wohl sein persönlichstes Hauptwerk: ein Film für seine Tochter Johanna. Der mit über 50 Jahren Vater gewordene Regisseur macht sich noch einmal auf die Suche nach dem "Märchenland" der Kindheit und fragt sich (ebenso wie renommierte Psychologen, Schulkinder, Hundefriedhofbetreiber oder schwedische Premierminister), was in einem halben Jahrhundert aus seiner Heimat geworden ist. Ein Film über "Leben", "Fortschritt", "Natur" nicht als abgehobene Abstraktion, sondern als konkretes Erlebnis – und nicht zuletzt ein Film über die Zukunft, der sich teilweise höchst gegenwärtig anfühlt, etwa indem man die Wurzeln dessen sieht, wofür heute Greta Thunberg als Schlagwort gilt. (C.H.)

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