I vitelloni (Die Müßiggänger), 1953, Federico Fellini

I vitelloni (Die Müßiggänger)

Regie: Federico Fellini; Drehbuch: Federico Fellini, Ennio Flaiano; Kamera: Otello Martelli, Luciano Trasatti, Carlo Carlini; Schnitt: Rolando Benedetti; Musik: Nino Rota; Darsteller: Franco Interlenghi, Alberto Sordi, Franco Fabrizi, Riccardo Fellini, Leopoldo Trieste. IT, 1953, 35mm, sw, 97 min. Italienisch mit dt. UT
 
Davor:
Gente del Po Michelangelo Antonioni. IT, 1943–47, 35mm, sw, 11 min. Italienisch mit dt. UT
 
Fellini und Antonioni beginnen ihre Regiekarrieren, während das italienische Kino jenseits der reinen Kommerzproduktion noch ganz im Zeichen des Neorealismus rezipiert wird. Doch bei beiden ist von Anfang an sichtbar, dass sie in ein anderes Territorium aufbrechen wollen, das man in der folgenden Dekade Autorenfilm nennen wird. Fellinis erster internationaler Erfolg I vitelloni wird wegen der autobiografischen Wurzeln und dem detaillierten Porträt kleinstädtischer Langeweile gern als neorealistischer Ausläufer gesehen, aber eigentlich ist es schon die vollständige Ausformulierung des Felliniesken: vom tragikomischen Zeitvertreib fünf junger Männer im Niemandsland der provinziellen Existenz, von der Melancholie des winterlichen Strands bis zur Groteske von Alberto Sordis Karneval-Travestie. Antonionis erster Kurzfilm lässt seinen spezifischen Zugang im Zusammenspiel von Landschaft und Mensch erahnen, während er Fischerleben am Po-Fluss dokumentiert. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 12.9.