Bride of Frankenstein, 1935, James Whale

Bride of Frankenstein

Regie: James Whale; Drehbuch: John L. Balderston, William Hurlbut; Kamera: John Mescall; Musik: Franz Waxman; Schnitt: Ted J. Kent; Darsteller: Boris Karloff, Elsa Lanchester, Colin Clive, Valerie Hobson, Ernest Thesiger. US, 1935, 35mm, sw, 74 min. Englisch
 
Nachdem sein erstes Experiment zur Erschaffung von künstlichem Leben in einem Flammenmeer untergegangen scheint, wird Doktor Frankenstein von seinem Mentor gezwungen, ihm bei der Erschaffung einer Gefährtin für seine monströse Kreation zu helfen. James Whale schließt erzählerisch direkt an seinen populären Klassiker Frankenstein an – und stellt doch alles auf den Kopf. Statt der klassischen Erzählung des Vorgängers verblüfft diese Neuinterpretation des Mythos mit Tonlagenwechseln von Szene zu Szene: Tragödie und Satire, Horror und Zärtlichkeit, Leid und Leidenschaft – die widersprüchlichen Impulse werden von James Whales wunderbarer Regie vereint und verstärken einander zum Kompendium der Phantastik, wo der einfallsreiche Witz der Tragik keinen Abbruch tut , im Gegenteil. Die grenzenlose Einsamkeit von Karloffs "Monster", hier herzzerreißend in Worte gefasst, ist Inbegriff von etwas, das der moderne Horrorfilm verloren hat: Seine Sogkraft im Beschwören von wahrer Solidarität mit den Außenseiter*innen. (C.H.)