Valhalla Rising, 2009, Nicolas Winding Refn

Valhalla Rising

Regie: Nicolas Winding Refn; Drehbuch: Nicolas Winding Refn, Roy Jacobsen; Kamera: Morten Søborg; Schnitt: Matthew Newman; Musik: Peter Kyed, Peterpeter; Darsteller: Mads Mikkelsen, Maarten Stevenson, Gordon Brown, Andrew Flanagan, Gary Lewis. DK/GB, 2009, 35mm, Farbe, 93 min. Englisch
 
Davor:
Invocation of My Demon Brother Ein Film von Kenneth Anger.; Musik: Mick Jagger. US, 1969, 16mm, Farbe, 11 min
 
Einen "Science-Fiction-Film im Geiste" nennt Nicolas Winding Refn Valhalla Rising: Die Geschichte legte er in die Wikingerzeit, um einen Mythos zu gestalten, der die üblichen Schwerpunkte des Genres (Technologie und Zukunftsvorhersagen) völlig umgeht. Stattdessen ein elementares Spektakel als halluzinatorische Reise durch archaische Landschaften voller Nebel und Wasser, Feuer und Schlamm, Erde und Blut. Mittendrin: ein wortloser, einäugiger Krieger (stoisch und imposant: Mads Mikkelsen), der vom Gladiator zum Teilnehmer eines Kreuzzugs wird. Doch statt des gelobten Lands entdecken die "christlichen Wikinger" in Übersee das Herz der Finsternis. Eine spirituelle Suche, fern an Tarkowskij erinnernd in der virtuosen visuellen Umsetzung, untermalt von Spacerock-Schüben, postokolonial-subversiv und psychedelisch umgedeutet: als visionärer, langsam treibender Avantgarde-Trip mit heftigen Metzel-Kontrapunkten. Einer der Schlüsselfilme des neuen Millenniums. Für einen angemessen satanischen Auftakt sorgen der von Winding Refn bewunderte Kenneth Anger und Mick Jagger. (C.H.)