La battaglia di Algeri (Die Schlacht von Algier), 1966, Gillo Pontecorvo

La battaglia di Algeri (Die Schlacht von Algier)

Regie: Gillo Pontecorvo; Drehbuch: Gillo Pontecorvo, Franco Solinas; Kamera: Marcello Gatti; Schnitt: Mario Serandrei, Mario Morra; Musik: Ennio Morricone, Gillo Pontecorvo; Darsteller*innen: Brahim Haggiag, Jean Martin, Yacef Saadi, Mohammed Ben Kassen, Ugo Paletti. DZ/IT, 1966, 35mm, sw, 121 min. Arabisch, Englisch, Französisch mit engl. UT
 
Einer der packendsten Filme zur Revolution: Die algerische Untergrund-Guerilla und das Militär der französischen Kolonialherren kämpfen um die Kasbah. Von Gillo Pontecorvo virtuos und im Stil dokumentarischer Wochenschauberichte inszeniert: Das körnige, kontrastreiche Schwarzweiß, der Taumel der Handkamera, die mutwillig gesetzten Jump Cuts, die regelmäßigen Unschärfen vermitteln den überwältigenden Eindruck von Authentizität – mitten im Brennpunkt, bei eskalierender Gewalt, zwischen Terroranschlägen und Vergeltungsakten, Folter und Panik. Trotz seiner Unmittelbarkeit und aufrührerischen Leidenschaft ein erstaunlich ausbalancierter Film – weder die Franzosen noch die algerischen Bombenleger werden als Schurken gezeichnet – und aktuell genug, um 2003 im Pentagon (in durchaus fragwürdigem Kontext) als "beispielhaftes" Werk aufgeführt zu werden: Wie man eine Schlacht gegen "den Terrorismus" gewinnt und den Krieg der Ideen verliert. (C.H.)
 
Courtesy Istituto Luce – Cinecittà srl