Corri uomo corri (Lauf um dein Leben), 1968, Sergio Sollima (Foto: Filmarchiv Austria)

Corri uomo corri (Lauf um dein Leben)

Regie: Sergio Sollima; Drehbuch: Sergio Sollima, Pompeo De Angelis; Kamera: Guglielmo Mancori; Schnitt: Tatiana Casini Morigi; Musik: Bruno Nicolai, Ennio Morricone (ungenannt); Darsteller*innen: Tomás Milián, Donal O'Brien, Linda Veras, John Ireland, Chelo Alonso. IT/FR, 1968, 35mm, Farbe, 120 min. Italienisch mit dt. UT
 
Bei Ennio Morricone und Italowestern denkt man erst an Sergio Leone und Sergio Corbucci. Doch es ist der dritte Sergio im Bunde, Sollima, für den Morricone nicht nur ebenso eingängige und mitreißende Spaghetti-Scores komponiert hat (hier aus Vertragsgründen ungenannt), sondern der in seiner aufklärerischen Western-Trilogie (La resa dei conti; Faccia a faccia; Corri uomo corri) das populäre politische Potential des Subgenres am stärksten ausreizte. Alle drei Western haben neben der göttlichen Musik einen zweiten Eckpfeiler: Hauptdarsteller ist der unvergleichliche Tomás Milián, idealbesetzt als schurkischer Tunichtgut, der im Lauf des jeweiligen Films über sich hinauswächst und dabei die aufrührerische Sache voranbringt. Hier gerät Milián auf den Spuren eines Goldschatzes in politische Auseinandersetzungen – und Sollima orchestriert meisterhaft eine triumphale, dabei ironische Post-Revolutionswestern-Variation aus dem Geiste des burlesken Volksstücks. (C.H.)
 
Einführung von Gregor Holzinger (Italowestern-Experte) am 2.3.