Shichinin no samurai (Die sieben Samurai)

Shichinin no samurai (Die sieben Samurai)

Regie: Kurosawa Akira; Drehbuch: Hashimoto Shinobu, Oguni Hideo, Kurosawa Akira; Kamera: Nakai Asakazu; Schnitt: Kurosawa Akira; Musik: Hayasaka Fumio; Darsteller*innen: Mifune Toshirō, Shimura Takashi, Inaba Yoshio, Chiaki Minoru. JP, 1954, 35mm, sw, 201 min. Japanisch mit dt. UT
 
Kurosawa fordert von Filmen, dass sie wie Kristalle zu sein hätten: Jede Drehung müsse neue Facetten zum Leuchten bringen. Verändert man den Blick, wird Die sieben Samurai vom Schwertkämpferfilm zur Geschichtsreflexion, zum Werk über Lehrzeit und Erfahrungswandel, zum gewaltigen Fresko tragischer und komischer Lebensströme, zur Trauerarbeit, zum einmal noch sich erfüllenden Mythos und Abgesang der Samurai-Kaste, welcher der Regisseur entstammt. Kürzeste und ausgedehnte Zeitläufe prallen aneinander, Stille bricht um in barocke Emphase, in Ausbrüche von Bewegung und Gewalt, rasende Kamerafahrten, Bildtumulte, Schwertballette. Kurosawa als martialischer Epen-Erzähler, Bändiger des Widerspruchs, Genie filmischer Rhythmik, als Künstler, der sich erst im sensei, im Lehrmeister, zu erfüllen vermag. Siegreich erfahren die überlebenden Samurai angesichts der Reis pflanzenden Bauern ihr Scheitern, den unaufhaltsamen Untergang ihrer Kaste. (H.T.)
 
Einführung von Christoph Huber am 27.2.