Tsubaki Sanjūrō, 1962, Kurosawa Akira

Tsubaki Sanjūrō

Regie: Kurosawa Akira; Drehbuch: Kikushima Ryūzō, Oguni Hideo, Kurosawa Akira nach dem Roman Hibi Heian von Yamamoto Shūgorō; Kamera: Koizumi Fukuzō, Saitō Takao; Musik: Satō Masaru; Darsteller*innen: Mifune Toshirō, Nakadai Tatsuya, Kobayashi Keiju, Kayama Yūzō, Dan Reiko. JP, 1962, 35mm, sw, 95 min. Japanisch mit engl. UT
 
Direkt aus der Provinz (und dem Film Yōjimbō) gerät der vazierende, sich immer noch missgelaunt an Brust und Rücken kratzende Rōnin Mifune nach Edo, dem Sitz der Militärregierung, und so mitten in den Film Tsubaki Sanjūrō – ein Meisterwerk aus vermischten Säften des Ernstes und der Ironie. Und weil in Edo die Sitten verfeinert, die Bildung philosophischer und die Intrigen der Macht unendlich komplizierter sind, ist Tsubaki Sanjūrō  – fotografiert in abgezirkelt strengen Bildern in Augenhöhe – noch weitaus subtiler als Yōjimbō. Die Verbündeten: ein Kranichschwarm junger, großäugiger Samurai, gefährlich durch Einfalt, Idealismus, Eingebundensein ins System. Der Gegner: ein Wahlverwandter, einsam wie Mifune, aber auf der dunklen Seite stehend. Die Karten sind kompliziert gemischt. So wird der Schwertstreich im Finale nicht nur zum prachtvollsten in Kurosawas Œuvre, sondern zur Widerlegung seiner selbst. Der Sieger scheitert am Sieg. Ihm bleibt nur eines – zu gehen. (H.T.)
 
Einführung von Christoph Huber am 20.2.