Ran, 1985, Kurosawa Akira

Ran

Regie: Kurosawa Akira; Drehbuch: Oguni Hideo, Ide Masato, Kurosawa Akira nach King Lear von Shakespeare; Kamera: Saitō Takao, Ueda Masaharu; Schnitt: Kurosawa Akira; Musik: Takemitsu Tōru; Darsteller*innen: Nakadai Tatsuya, Terao Akira, Nezu Jinpachi. JP, 1985, 35mm, Farbe, 160 min. Japanisch mit engl. UT
 
Allem zuvor, was sie sonst sein mag, ist Kunst ein durch sie selbst hervorgebrachtes Erschrecken in Schönheit. Ran setzt frei nach Shakespeares King Lear fort, was sich an Ungeheurem in den Schlachtengemälden Paolo Uccellos oder den Bildrollen der Heiji-Revolte vollzieht. Rot, gelb und blau wie Schmetterlinge hetzen die Vernichtungsströme der Krieger durchs Bild. Ungerührt verneigt sich der Tod als rubinfarbenes Lohen, gefasst in prachtvolles, samtenes Lavaschwarz. Kurosawa weiß, dass die Ekstase das Extreme fordert, das grellste Entsetzen, den Schauder, die höchste Stilisierung, das Skandalon, die Verletzung. Der in Vernichtung und Wahnsinn endende Fall des Fürsten Hidetoro erlöst zu keiner anderen Katharsis als der Einsicht, dass das Zerstörende der Macht darin besteht, dass es alles und zuletzt die Macht zerstört. Ran lässt keine Chance außer dem Erschrecken. (H.T.)