La Maman et la putain (Die Mama und die Hure), 1973, Jean Eustache

La Maman et la putain (Die Mama und die Hure)

Regie, Drehbuch: Jean Eustache; Kamera: Pierre Lhomme; Schnitt: Denise de Casabianca, Jean Eustache; Musik: Deep Purple, Marlene Dietrich, Zarah Leander, W. A. Mozart, Jacques Offenbach, Edith Piaf; Darsteller*innen: Bernadette Lafont, Jean-Pierre Léaud, Françoise Lebrun, Isabelle Weingarten. FR, 1973, 35mm, sw, 218 min. Französisch mit dt. UT
 
Eines war für Jean Eustache Grundvoraussetzung, ehe er am Drehbuch zu arbeiten begann – dass sich Françoise Lebrun und Jean-Pierre Léaud bereit erklärten, in den Rollen der Veronika und des Alexandre für ihn vor der Kamera zu stehen. Erstere war die Frau, die er liebte und die ihn verlassen hatte, letzterer die Inkarnation einer jungen Befindlichkeit, die die emotionale Kühnheit und Verlorenheit der Generation 68 in sich vereint. La Maman et la putain ist ein beinahe vierstündiges Skizzenbuch, die bewegende Studie einer Generation, die sich an die Bruchlinien zwischen traditioneller Moral und sexueller Befreiung wagt und die neuen Spielregeln zwischen den Herzen und den Geschlechtern erprobt: zwei Frauen und ein Mann in einem langen Tanz auf dünnem Eis – die, ums eigene Gleichgewicht ringend, einander halten oder in die Tiefe ziehen. (K.S.)

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