Merry-Go-Round (Rummelplatz des Lebens), 1923, Erich von Stroheim (fertiggestellt von Rupert Julian)

Merry-Go-Round

Regie, Drehbuch: Erich von Stroheim (fertiggestellt von Rupert Julian); Kamera: Ben Reynolds, William Daniels; Schnitt: James McKay; Darsteller*innen: Norman Kerry, Count Albert Conti, Al Edmundsen, Dorothy Wallace. US, 1923, 35mm, sw, ca. 78 min. Italienische ZT mit dt. UT
 
Erich von Stroheim ist rigoros, monströs wie keiner seiner filmenden Zeitgenossen. Die Kinoindustrie hat sich an ihm gerächt. Während der Arbeit an Merry-Go-Round wird Stroheim als Regisseur gefeuert und als Hauptdarsteller durch einen blassen Beau ersetzt. Aber Stroheims Züge sind unübersehbar an diesem ersten Film seiner Wiener Trilogie. Ein Melodram scheiternder Liebe, bizarr-bittersüß, versetzt mit einer makabren Galerie altösterreichischer Lemuren. Prater-Strizzis und verderbte Aristokraten, Mäderln aus der Vorstadt und Monster. Stroheim, der jüdische Emigrant aus dem 7. Gemeindebezirk, erinnert sich: an eine Stadt, eine Zeit, die er liebt und hasst wie kein anderer. Ein Rückblick, bar an Nostalgie, dafür umso genauer. Die kakanische Welt, ein Panoptikum aus Laster, Gier und Vergeblichkeit. (H.T.)
 
Einführung
Am Klavier: Elaine Loebenstein

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