Queen Kelly, 1928/29, rich von Stroheim

Queen Kelly

Regie, Drehbuch: Erich von Stroheim, nach seiner Erzählung "The Swamp", einer Hommage an Gloria Swanson; Kamera: Gordon Pollock, Paul Ivano; Schnitt: Viola Lawrende; Musik: Adolf Tandler; Darsteller*innen: Gloria Swanson, Seena Owen, Walter Byron. US, 1928/29, 35mm, sw, ca. 100 min. Englische ZT
 
Stroheims letzte Stummfilmregie, ein geniales Fragment von 100 Minuten, ein Drittel des geplanten Ganzen. Auf Betreiben Gloria Swansons, des schockierten Stars, der den zweiten Teil des Films im afrikanischen Bordell als "widerwärtige, apokalyptische Vision der Hölle auf Erden" befindet, werden die Dreharbeiten abgebrochen. Was verbleibt, ist Akt eins, die mit Furor und Sarkasmus inszenierte "ruritanische" (will sagen habsburgisch-kakanische) Introduktion. Der kranke Kosmos des europäischen Adels, dessen sexuelle Dekadenz und perversen Luxus Stroheim mit rücksichtslos kaltem Auge gleichsam durchs Vergrößerungsglas betrachtet: exakt, isoliert, grotesk und funkelnd im Glanz eines phantastischen Hyperrealismus, als dessen Erfinder, Hüter und einziger Meister sich der abwechselnd als "Hunne" oder "Von" titulierte Regisseur rühmen darf. Eine stumme Operette, erzählt mit Sacher-Masochscher Würze und Arsen; Courths-Mahler als Film, jedoch wie ein Monolith, hohnüberhäuft, gesehen mit dem Blick Buñuels. Stroheims letzter Triumph. (H.T.)
 
Einführung

Gezeigt wird die von Dennis Doros (Milestone Films) restaurierte Fassung von 1985 mit Musik von Adolf Tandler.

Screening dates: