Zwölf Stühle, 2004, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Zwölf Stühle

Regie, Kamera: Ulrike Ottinger; Drehbuch: Ulrike Ottinger nach dem gleichnamigen Roman von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow; Schnitt: Ulrike Ottinger, Bettina Blickwede; Erzähler*in: Peter Fitz; Darsteller*innen: Georgiy Deliev, Irina Tokarchuk, Olga Ravitzkaya. DE, 2004, DCP (von 35mm), Farbe, 198 min. Deutsch/Russisch mit engl. UT
 
Eine brisante Verschränkung der 1920er Jahre des gleichnamigen Romans von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow (quasi die männlichen Brontë Sisters von Odessa) mit der neurussischen Gegenwart nach der Jahrtausendwende. Zwei russische Lebemänner auf der burlesken Jagd nach einem Schatz: Auf dem Sterbebett vertraut eine alte russische Aristokratin ihrem Schwiegersohn ein Geheimnis an. In einem der zwölf Stühle der nach der Revolution enteigneten Salongarnitur hatte sie ihren wertvollen Juwelenschmuck versteckt, allein die Garnitur ist inzwischen aufs ganze Land verstreut. Ippolit Matwejewitsch Worobjaninow macht sich auf die Suche, bald begleitet durch den Gauner Ostap Bender und in Rivalität mit Vater Fjodor, der der wohlhabenden Alten die letzte Beichte abgenommen hat. Witzig, tragisch, alltagsnah – ein Film, der gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen in Russland und der Ukraine seiner Wiederentdeckung harrt. (K.M.)
 
Courtesy Arsenal