Südostpassage, 2002, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Südostpassage – Teil 3

Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt: Ulrike Ottinger; Erzähler*in: Hanns Zischler. DE, 2002, DCP, Farbe und sw, Gesamtdauer: 363 min (Teil 1: 128 min). Deutsch
 
"Orte und Welten abseits des medialen Interesses sind dem Gesetz des Vergessens preisgegeben", heißt es zu Beginn dieser "Reise zu den neuen weißen Flecken auf der Landkarte Europas". Beinahe ohne Kommentar baut der Film in seiner "Standortbeschreibung des Übergangs" auf die Erzählkraft der Bilder, die die ehemaligen Handels- und Transitwege abtasten: Von Wroclaw (Breslau) nach Odessa, über Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien in die Hafenstadt Varna, von Dorf zu Dorf und Stadt zu Stadt bis nach Istanbul. Ein visueller Reigen von kleinen, dafür umso bezeichnenderen Beobachtungen: "Die Gleichzeitigkeit der Ungleichzeitigkeit der Lebensverhältnisse" als Porträt jener Menschen, "denen es nicht gelungen ist, vom Ende des Kalten Kriegs zu profitieren". Eine Reise auch dorthin, wo der Bus nicht mehr hinfährt und wo wir dringend sehr aufmerksam hinsehen sollten. (K.M.)
 
Courtesy Arsenal

Teil 1 am 6. Juni | Teil 2 am 7. Juni