Taxi Driver, 1976, Martin Scorsese

Taxi Driver

Martin Scorsese. US, 1976, 35mm, Farbe, 114 min. Englisch
 
Vielleicht Höhepunkt dessen, was man amorph New Hollywood nennt. Und vermutlich das Herzstück von Scorseses Werk. Rundweg eine Sache stärkster Leidenschaften – passioniertes Skript von Paul Schrader, vehementes Spiel, furiose Regie. Ein Film über einen Styliten, der die Welt zu erlösen sucht: seine Säule ein gelbes Taxi, seine Wüste die Nacht New Yorks, seine Klause eine Absteige, in der er, God's loneliest man, die Anfechtungen der Einsamkeit dem Papier seines Tagebuchs anvertraut. Robert De Niros Brüten, eine leidende Wut, in der die Bombe des Unheils tickt. Nervös mit seinen Augen gesehen wie im Delirium: die Brutalismen New Yorks und Albträume des Verbrechens. Side streets und avenues, Garagen und Cafeterias als nächtliches Fegefeuer, in dem Travis Bickle, Ex-Vietnam-Marine, kaputter Erzengel und kranker Heros der 70s, als nightshift cab driver seinen Job versieht. Das Finale: in Rot explodierender Kollaps. Keine Lösung, keine Befreiung. Fortsetzung der Hölle. (H.T.)
 
Courtesy Bonner Kinemathek
 
Einführendes profil Filmgespräch mit Direktor Michael Loebenstein und profil Kulturressortleiter Stefan Grissemann am 20. Oktober.