The Color of Money, 1986, Martin Scorsese (Foto: Park Circus © Disney)

The Color of Money

Martin Scorsese. US, 1986, 35mm, Farbe, 119 min. Englisch mit dt./frz.UT
 
The Color of Money, der Nachfolger von Robert Rossens The Hustler, ist mit verrückter Liebe gemacht. Keine Fortsetzung, sondern ein "25 Jahre später": Paul Newman ist älter und das Hollywoodkino anders geworden. Umkehrung: Poolprofi Eddie Felson führt jene arrivierte Existenz, die er 1961 an seinem Widersacher George C. Scott verachtete. Er ist gerissener Geldhai, Manager, zynischer Zuhälter junger Billardtalente. Scorsese schenkt ihm einen zweiten Atem und eine schrittweise Wiedergeburt, von der der Film eine Doppelstunde lang handelt – wie aus der Anbetung der Farbe des Geldes wieder das Andere, der alte Rausch, die Passion des Spielens erwacht. Das impliziert auch eine Umwendung des Lehrer-Schüler-Motivs, das unzählige Western und Samurai-Filme prägt. Der Lehrling, Tom Cruise als wild und genialisch spielender Stenz und dummer Junge, fordert den Meister heraus. Er animiert Eddie, mit dem Queue gegen ihn, sich und erneut die Götter anzutreten. (H.T.)
 
Courtesy Cinémathèque suisse