New York, New York, 1977, Martin Scorsese (Foto: Park Circus © MGM)

New York, New York

Martin Scorsese. US, 1977, 35mm, Farbe, 164 min. Englisch
 
Scorseses einziges Musical: wieder Tribut an ein klassisches Hollywoodgenre und der Versuch, etablierte Formen in Kino à la Scorsese umzuschmelzen. Bei den Feiern zum Ende des Zweiten Weltkriegs lernen Liza Minnelli und Robert De Niro einander kennen und lieben, sie Sängerin, er Saxofonist. Der Aufstieg beider betreibt die Zerstörung von Ehe und Glück. Welchen Preis das Showbiz seinen Protagonisten abverlangt, davon handeln Musicals von 42nd Street bis zu A Star Is Born. Scorsese geht einen Schritt weiter. Der egomane Drive und Ehrgeiz "on the way to the top" stört jedes Happy End, umso mehr, da der Weg des einen Partners zum singbaren Swing, der des anderen zum harschen, tobenden Bebop tendiert. New York, New York, so Scorsese, reflektiert Hollywoodfilme, die er als Kind gesehen, und die Wahrnehmung des Big Apple, die sich dadurch eingestellt habe. Ziel sei gewesen, beides zu fusionieren, die Kino-Fantasiewelt und die selbst erfahrene Realität. (H.T.)