Salto nel vuoto (Der Sprung ins Leere), 1980, Marco Bellocchio

Salto nel vuoto (Der Sprung ins Leere)

Marco Bellocchio, IT/FR 1980
Drehbuch: Marco Bellocchio, Vincenzo Cerami, Piero Natoli; Kamera: Giuseppe Lanci; Schnitt: Roberto Perpignani; Musik: Nicola Piovani; Darsteller*innen: Michel Piccoli, Anouk Aimée, Michele Placido, Gisella Burinato, Antonio Piovanelli, Pier Giorgio Bellocchio. DCP (von 35mm), Farbe, 120 min. Italienisch mit engl. UT 
 
Untersuchungsrichter Mauro Ponticelli (Michel Piccoli) beschäftigt sich mit dem Fall einer Frau, die in den Tod gesprungen ist. Auf ihrem Anrufbeantworter finden sich vulgäre Beschimpfungen: Hat sie die Aggression zum Suizid getrieben? Die Stimme gehört dem vorbestraften Schauspieler Giovanni Sciabola (Michele Placido), der Unordnung ins Dasein des Untersuchungsrichters bringen wird. Mauros geordnete Großbürgerwohnung ist zugleich Sinnbild seines Unterbewussten und eine Art Gefängnis für seine psychisch derangierte Schwester Marta (Anouk Aimée), die durch Giovanni erstmals Autonomie gewinnt, woran ihr Bruder verzweifelt. Bellocchios ambitionierter Aufbruch in eine neue Schaffensperiode: ein Psychodrama der eigenwilligen Ellipsen und erstaunlichen Szenenfolgen, die in vieldeutiger Montage zusammenkrachen. Die allgemeine Stoßrichtung könnte aber nicht klarer sein: Zersetzung des Bürgertums. Die Heimstatt des Richters wird erst vom rasenden Giovanni despektierlich geschändet, im unglaublichen Finale verfolgt eine unerbittliche Kamera Mauro durch den Rundbau, bis er die Reißleine zieht. (C.H.)
 
Courtesy Cinecittà

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