
Sodom and Gomorrah
Robert Aldrich, IT/FR 1962; Drehbuch: Hugo Butler, Giorgio Prosperi; Kamera: Silvano Ippoliti, Mario Montuori, Alfio Contini, Cyril J. Knowles; Schnitt: Peter Tanner, Mario Serandrei; Musik: Miklós Rózsa; Darsteller*innen: Stewart Granger, Anouk Aimée, Pier Angeli, Stanley Baker, Rossana Podestà, Alice Kessler, Ellen Kessler. 35mm, Farbe, 154 min. Englisch"Jeder sollte einen Bibelfilm machen – einmal", so Aldrich über seine bis dahin größte Produktion, ein internationales Monumentalkinospektakel, das beim Erscheinen von der Kritik vernichtet wurde und in Hollywood als empfindlicher Flop galt. Dabei zeigt sich Sodom and Gomorrah rückblickend als einer der besten Sandalenfilme, weil Aldrich wieder einmal das Genre subversiv auf den Kopf stellt: Statt der eindeutigen Moral und spirituellen Verklärung anderer Bibel-Epen erzählt Aldrich eine marxistische Parabel über die Korruption des "auserwählten Volkes" und seines Führers Lot (Stewart Granger) durch die dekadenten Sklavenhalter Sodoms (genüsslich verkörpert von Anouk Aimée und Stanley Baker als herrschende Geschwister). Der Zorn Gottes kulminiert in bester Aldrich-Manier in einem Atompilz. Der Film kursierte lange in unterschiedlich gekürzten Fassungen; wir zeigen die vollständige Restaurierung. (C.H.)
Einführung von Christoph Huber am 6.11.2026
Courtesy Cineteca di Bologna