Un tranquillo posto di campagna (Das verfluchte Haus), 1968, Elio Petri (Foto: Cineteca Nazionale)

Un tranquillo posto di campagna (Das verfluchte Haus)

Regie: Elio Petri; Drehbuch: Elio Petri, Luciano Vincenzoni nach der Kurzgeschichte The Beckoning Fair One von Oliver Onions; Kamera: Luigi Kuveiller; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Ennio Morricone; Darsteller*innen: Franco Nero, Vanessa Redgrave, Georges Géret. IT, 1968, 35mm, Farbe, 106 min. Italienisch mit engl. UT
 
Leonardo Ferri braucht Ruhe, um seine Kunst zu schaffen. So zieht er aufs Land, in ein Haus, in dem während des Krieges eine Frau ermordet wurde. Dort findet er aber auch nicht zu sich, wird immer nervöser, unbeherrschter, unberechenbarer ... Ein viel zu wenig bekanntes Hauptwerk Petris, der hier parallel zur Giallo-Genese die Stilmittel des Subgenres in sein modernes Kinoprojekt einspannt – halb Schauerstück in krass atonalen Tönen, halb Sozialgroteske von zeitweise bestürzender, melancholischer Art. Petri hält sowohl der vor Selbstreferenzialität erstarrten Kunstwelt als auch dem dumpfen Bürgertum einen Zerrspiegel vor. Der Erkenntnisgewinn ist enorm, das Vergnügen heillos. (O.M.)
 
Michael Loebenstein im Gespräch mit Judit Varga (Filmkomponistin und Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) über Ennio Morricones Musik zum Film am 14.2.

Courtesy Istituto Luce – Cinecittà srl