Freak Orlando, 1981, Ulrike Ottinger © Ulrike Ottinger

Freak Orlando

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Schnitt: Dört Völz; Musik: Wilhelm D. Siebert; Darsteller*innen: Magdalena Montezuma, Delphine Seyrig, Albert Heins, Eddie Constantine. BRD, 1981, DCP (von 35mm), Farbe, 126 min. Deutsch mit engl. UT
 
Orlando, der Hauptfreak, ist – inspiriert von Virginia Woolfs Roman – weder der Vergänglichkeit unterworfen noch auf ein Geschlecht beschränkt: Er/sie kann durch die Zeiten wandern – und tut das in fünf Episoden, die von der grauen Vorzeit (hier angesiedelt in einem Warenhaus) bis in die Gegenwart reichen. Dabei wird das vermeintlich "Normale", das hier in Form von repressiven Kräften zutage tritt (Verfolgung, Inquisition, Faschismen), in seinem Verhältnis zum vermeintlich "Abnormalen" (die Freaks, historische Queerness hier in Gestalt von Bartfrauen – sensationell schrill die Einlage von Else Nabu alias hl. Wilgeforte –, Kleinwüchsigen, Zyklopen, Doppelköpfigen u.v.a.) in die gesellschaftskritische Form eines "kleinen Welttheaters" gebannt. Eine überhistorische Parabel von erhellendem Ausgang: beim "Fest der Hässlichkeiten" beschließt ein Ehrenpokal diesen collagenhaften Trip/Wunschtraum durch die surreale Verfasstheit der Weltgeschichte. (K.M.)
 
In Anwesenheit von Ulrike Ottinger am 26. Mai
 
Freier Eintritt für Fördernde Mitglieder am 26. Mai
 

Courtesy Arsenal