Gangs of New York, 2002, Martin Scorsese

Gangs of New York

Martin Scorsese. US, 2002, 35mm, Farbe, 167 min. Englisch mit dt./frz.UT
 
Die Antithese zu The Birth of a Nation. Amerikas Geburt: Inferno. In den New Yorker Slums der Neuen Welt fallen zur Zeit des Civil War die Gangs, sprich Nationen der Alten Welt wie zu Bluthundrotten mutierte Ur-Horden übereinander her, alteingesessene über neu eingereiste, reichere über arme, calvinistische über katholische, jeder Emigrant über jeden, und alle über die, die man "nigger" nennt. Nicht bloß Bürgerkrieg im Bürgerkrieg. Sondern ein endloses Schlachten, so bluttriefend und bar an Sinn, dass es nicht nach Gott ruft, sondern ihn widerlegt. Was in Casino gelang, droht hier aus dem Ruder zu laufen: mehrere Filme ineins zu bündeln – einem geschichtlichen, ethnografischen, dramatischen, melodramatischen, summiert zum hoffnungslosen, nach Erlösung lechzenden Fanal. Zu flamboyant schnaubend das private Bigger-than-life-Drama der Rache, als dass an seiner Seite (trotz Rot-wie-Blut-&-Glut) die Draft Riots von 1863 nicht zum Historienkino verblassen würden. (H.T.)
 
Courtesy Cinémathèque suisse