La visione del sabba (Sabba, die Hexe)

Marco Bellocchio, IT/FR 1988
Drehbuch: Marco Bellocchio, Francesca Pirani; Kamera: Giuseppe Lanci; Schnitt: Marco Bellocchio, Mirco Garrone; Musik: Carlo Crivelli; Darsteller*innen: Béatrice Dalle, Daniel Ezralow, Corinne Touzet, Jacques Weber, Omero Antonutti. 35mm, Farbe, 94 min. Italienisch mit engl. UT 
 
Der frischgebackene Psychiater Davide (Tanzchoreograf Daniel Ezralow) wird mit dem Fall von Maddalena (Béatrice Dalle) betraut, die einen Jäger ermordet hat: Er soll den psychischen Zustand der Frau beurteilen, die behauptet, im Namen des Teufels gehandelt zu haben – und eine Hexe zu sein, die vor über 300 Jahren von der Inquisition verurteilt wurde. Davide erliegt dem Zauber von Maddalena, ignoriert fortan seine Gattin und verliert sich vollends in Visionen, in denen er Teilnehmer am Inquisitionsprozess und bei erotischen Hexensabbat-Ritualen wird. In einem bemerkenswerten inszenatorischen Manöver behandelt Bellocchio die beiden Zeitebenen der Erzählung gleichwertig: La visione del sabba könnte die Geschichte einer Frau sein, die glaubt, vor Jahrhunderten Hexe gewesen zu sein – oder die Geschichte einer Hexe, die Visionen von ihrer fernen Zukunft als Angeklagte im 20. Jahrhundert hat. In beiden Welten ist sie eine irrationale Kraft, vom patriarchalen System im Namen seiner Prinzipien unterdrückt. (C.H.)
 
Courtesy Cinecittà

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