
Sürü (Die Herde)
Zeki Ökten, TR 1978; Drehbuch: Yılmaz Güney; Kamera: İzzet Akay; Schnitt: Özdemir Aritan; Musik: Zülfü Livaneli; Darsteller*innen: Tarık Akan, Melike Demirağ, Tuncel Kurtiz, Levent Inanir, Erol Demiröz, Yaman Okay. 35mm, Farbe, 118 min. Türkisch/Kurdisch mit engl. UTUm die blutige Fehde zwischen ihren Familien zu beenden, wird Berivan (Melike Demirag) von ihren Brüdern als Zeichen des Friedens mit Şivan (Tarik Akan) verheiratet. Doch das Überstellen einer Schafherde nach Ankara reißt die Familie – bedingt durch eine von Korruption und Gewalt geprägte türkischen Gesellschaft – in den Abgrund. An die Stelle traditioneller Lebensweise tritt Ausbeutung, die auf individueller Gier und Gerissenheit beruht. Yılmaz Güney schrieb das Drehbuch in der Haft und sein Vertrauter Zeki Ökten übernahm die Regie: "Während meiner gesamten Arbeit musste ich indirekte Mittel einsetzen, um meine Gedanken auszudrücken. Das wesentliche Merkmal dieser Werke besteht darin, dass sie Kompromisse darstellen. Sürü ist im Grunde genommen die Geschichte des kurdischen Volkes". Die bloße Existenz eines solchen Films stellt einen sowohl künstlerischen als auch politischen Triumph dar. (E.S.)
Einführung von Rojda Tuğrul am 27.9.2026