
Jenseits des Krieges
Ruth Beckermann, AT 1996; Drehbuch: Ruth Beckermann; Kamera: Peter Roehsler; Schnitt: Gertraud Luschützky. 35mm, Farbe, 117 min. Deutsch mit engl. UTIn Jenseits des Krieges beobachtet Ruth Beckermann die Reaktionen von Besucher*innen der kontrovers diskutierten Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941–1944". Die Filmemacherin strukturiert ihre Begegnungen mit beharrlichen Interventionen, ohne deren Offenheit einzuschränken: Zwischen Blicken, Schweigen und sprachlicher Reflexion entsteht ein Bild der österreichischen Erinnerungskultur, in dem Rechtfertigung, Renitenz und vorsichtige Selbstbefragung gleichermaßen aufscheinen. Entstanden zu einer Zeit, in der der Opfermythos zu bröckeln beginnt, gerät der Film zur faszinierenden Momentaufnahme – zwischen der Neubewertung von Geschichte und hartnäckiger Abwehr. (D.K.)
In Anwesenheit von Ruth Beckermann