Totschweigen, 1994, Margareta Heinrich, Eduard Erne (Foto: Lukas Stepanik / Extrafilm)

Totschweigen

Margareta Heinrich, Eduard Erne, AT/DE/NL 1994; Drehbuch: Margareta Heinrich, Eduard Erne; Kamera: Hermann Dunzendorfer, Hans Hager, Fritz Köberl; Schnitt: Paul M. Sedlacek, Regina Turkka-Schubert; Musik: Peter Ponger. 16mm, Farbe, 89 min. Deutsch/Hebräisch/Ungarisch mit dt. UT
 
Es sei "kein besseres Feld geworden, aber auch kein schlechteres", meint der Bauer, der den Acker bewirtschaftet, unter dem 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter begraben sind, die in den letzten Kriegstagen 1945 in Rechnitz erschossen wurden. Fünfundvierzig Jahre später, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, wird noch immer nach der genauen Stelle des Massengrabs gesucht. Die im Zusammenhang mit diesem Film oft genannte Rechnitzer "Mauer des Schweigens" ist jedoch vielmehr eine des Sprechens: Die einen reden viel, auch wenn sie nichts wissen; die anderen verweigern lautstark die Auskunft. Vier Jahre lang dokumentieren Margareta Heinrich und Eduard Erne die Wunden und die Verhärtungen, die Jahrzehnte nach der Todesnacht noch deutlich sichtbar sind. Im Herbst 2025 wurde ein neuerlicher Versuch unternommen, das Grab zu finden. Nach zwei Wochen wurde die Suche ergebnislos eingestellt. (M.P.)
 
In Anwesenheit von Eduard Erne