Aufzeichnungen aus dem Tiefparterre, 2000, Rainer Frimmel (Foto: sixpackfilm)

Aufzeichnungen aus dem Tiefparterre

Rainer Frimmel, AT 2000; Drehbuch, Schnitt: Rainer Frimmel; Kamera: Peter Haindl; mit: Peter Haindl. DCP, Farbe, 91 min. Deutsch mit engl. UT
 
Rainer Frimmels Dokumentarfilmdebüt Aufzeichnungen aus dem Tiefparterre ist die Montage einer Selbstdokumentation: Über mehrere Jahre hat sich der Wiener LKW-Fahrer Peter Haindl selbst in Videobildern aufgezeichnet, meist am Wohnzimmertisch oder im Sessel sitzend, der Kamera zugewendet. Er räsoniert, politisiert und lamentiert, narzisstische Posen stehen neben kleinmütigen Selbsteingeständnissen. Jedes Mal inszeniert er sich dabei von einer anderen Seite, vom politischen Herrn Karl bis zum Dichter mit Schlapphut. Seine Reden kreisen um alltägliche Ressentiments, gegen Frauen und Ausländer etwa, und lassen sich doch nie auf eine Ansicht reduzieren. Durch Selbstironie und Widersprüchlichkeiten relativiert er die Gemeinplätze wieder, bugsiert die Tirade dann in Richtung einer Analyse. Das Pandämonium der österreichischen Seele präsentiert sich als rhetorischer Irrgarten. (D.K.)