Kehraus, wieder, 2006, Gerd Kroske

Kehraus, wieder

Ein Film von Gerd Kroske; Kamera: Dieter Chill; Schnitt: Karin-Gerda Schöning. Deutschland, 2006, 35mm, Farbe, 100 min. Deutsch
 
Mit Fortschreiten von Kroskes Langzeitbeobachtung dreier marginalisierter Leben am unteren Rande der Gesellschaft (und des sich wandelnden Stadtbilds von Leipzig) kommt der systemische Faktor immer stärker ins Bild: Kehraus, wieder ist auch eine Erforschung dessen, was es heißt, in Zeiten von Hartz IV zu überleben, und zwar nicht nur finanziell, sondern auch seelisch. Wenn der Arzt einer Entzugsklinik hier vom Auseinanderklaffen zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Fantasien erzählt, dann trifft er einen Knackpunkt von Kroskes Kehraus-Trilogie. Die persönliche Nähe und Zuneigung sind weiterhin spürbar, aber die Bitterkeit steckt in den kleinen Gesten und absurden Details: von Henrys Demonstration, wie er die Zeit mit Online-Spielen totschlägt zu Gabis Weigerung, über ihren Zustand zu reden. Und Stefan? War die Widmung des zweiten Teils noch ein Lebenszeichen, so ist diejenige des dritten ein Nachruf. (C.H.)
 
Courtesy Bundesarchiv

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