Etnocidio: Notas sobre el mezquital (Völkermord), 1976, Paul Leduc (Foto: Arsenal)

Etnocidio: Notas sobre el mezquital (Völkermord)

Ein Film von Paul Leduc; Drehbuch: Roger Bartra, Paul Leduc; Kamera: Georges Defaux, Ángel Goded; Schnitt: Rafael Castanedo, Paul Leduc, J. Richard Robesco. MX/CA, 1976, 16mm, Farbe, 130 min. Spanisch mit dt. UT
 
Wenige Filme sorgten in der Heimat für solche Kontroversen wie Paul Leducs radikale Dokumentation zur Situation der Otomi-Indianer in der armen Region El Mezquital, entwickelt zusammen mit Mexikos führendem Soziologen Roger Bartra. Statt durch Off-Kommentar wird die bestürzende Entwicklung nur durch Erzählungen der Indigenen selbst sowie entsprechend starke, für sich sprechende Bilder vermittelt. Das Karteikasten-Arrangement in Kapiteln von A bis Z offenbart eine Geschichte des Ethnozids: von der Kolonisation und den Verfolgungen in eine Gegenwart, wo "zivilisierende" und "zivilisierte" Kräfte die indianische Kultur und Lebensgrundlage viel verheerender auszumerzen wissen als es je zuvor geschah, mit groben Unterdrückungsmaßnahmen ebenso wie durch raffinierte Unterwanderung. Ein beispielhaftes Werk auch darin, dass der beschriebene Völkermord sich auf vergleichbare Fälle am ganzen Kontinent, in der ganzen Welt übertragen lässt. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber

Courtesy of Arsenal

Die geplante Vorführung von Paul Leducs Etnocidio: Notas sobre el mezquital (Völkermord) am 6. September 2021 muss leider abgesagt werden, da die 16mm-Kopie des Films nicht eingetroffen ist. Wir zeigen stattdessen Birdwatchers – La terra degli uomini rossi (2008, Marco Bechis).