Glitterbug, 1994, Derek Jarman, David Lewis

Glitterbug

Derek Jarman, GB 1994; Co-Regie: David Lewis; Schnitt: Andy Crabb; Musik: Brian Eno; Darsteller*innen: Tilda Swinton u. a. DCP (von Super 8), Farbe und sw, 60 min
 
Davor:
Electric Fairy Derek Jarman, GB 1971. DCP (von Super 8), Farbe, 6 min
 
Unter Jarmans Anleitung in seinen letzten Lebenswochen begonnen und nach seinem Tod von trauernden Freunden fertiggestellt, ist diese Super-8-Kompilation ein kaleidoskopischer, tagebuchartiger, skizzenhafter Streifzug durch zwei Jahrzehnte von Jarmans Filmschaffen, der das Leben eines sterbenden Mannes vor unseren Augen vorbeiziehen lässt. Im Zentrum stehen Außenseiter*innen, Marginalisierte, mutige kulturelle Kreuzritter: die queere Szene, die Modeszene, die Bohème-Szene, die Punk-Szene, die Glam-Szene. Begleitet von einer der großartigsten Ambient-Kompositionen von Brian Eno ist Glitterbug ein herrliches Durcheinander, angetrieben von menschlicher Wärme: Die Liebe, die Jarman für seine Mitarbeiter*innen empfindet, ist spürbar – und umgekehrt. Von stolz zur Schau gestellten Genitalien bis hin zu einer majestätisch umwerfenden Tilda Swinton umspannt die frei flottierende Montage eine charakteristische Auswahl von Jarmans Leidenschaften und Interessen. In den Worten des Kritikers Dylan Rowen: Glitterbug "zittert, glitzert und schimmert von einem erfüllten Leben". (N.Y.)