Short Eyes, 1977, Robert M. Young

Short Eyes

Robert M. Young, US 1977; Drehbuch: Miguel Piñero nach seinem Theaterstück; Kamera: Peter Sova; Schnitt: Edward Beyer; Musik: Curtis Mayfield; Darsteller*innen: Bruce Davison, José Pérez, Nathan George, Curtis Mayfield. 35mm, Farbe, 100 min. Englisch
 
Das Gefängnis "The Tombs" in New York City bekommt mit Clark Davis (Bruce Davison) einen neuen Häftling aus der weißen Mittelschicht. Von Anfang an ist er Anfeindungen ausgesetzt, da er der Vergewaltigung eines jungen Mädchens bezichtigt und daher von den anderen Inhaftierten als "Short Eyes" (Slang für pädophil) abgewertet wird. Nur Juan (José Pérez) ist als einziger Häftling bereit, mit Clark ins Gespräch zu kommen. Regisseur Robert M. Young, der seine Karriere mit der Herstellung von Lehrfilmen begonnen hatte, drehte ab 1960 politische Dokumentationen für den TV-Sender NBC. In seinem packenden Spielfilmdebüt zeigt er das Gefängnis als Hort von Bigotterie, Vorurteilen und einem Gruppendruck, der die Insassen darin eint, unerwünschte Außenseiter zu eliminieren. In Short Eyes verbindet sich schonungsloser Realismus mit schier unerträglich intensivem Schauspiel, wie es nur selten im Kino zu sehen ist. (E.S.)
 
Einführung von Christoph Huber am 29.4.2026