Force of Evil

Force of Evil

Abraham Polonsky, US 1948; Drehbuch: Abraham Polonsky, Ira Wolfert nach Wolferts Roman Tucker's People; Kamera: George Barnes; Schnitt: Arthur Seid; Musik: David Raksin; Darsteller*innen: John Garfield, Thomas Gomez, Marie Windsor, Beatrice Pearson. 35mm, sw, 78 min. Englisch
 
Wie man das System benutzt. Zum einen handelt der Film davon, zum anderen praktiziert er ebendies, um zu sein, was er ist, allerdings auf andere Art und mit anderer Absicht. Verpackt in einen Noir-Gangster-Thriller erzählt Force of Evil ein Traktat vom organisierten Verbrechen. Kapitalismus und Kriminalität sind bei Polonsky ein Zwillingspaar. Er lässt erahnen, dass dieser Kosmos heillos und resistent ist. Diesen Blick auf die Dinge weiß er nach Hollywood einzuschmuggeln, indem er sich perfekt an die mythische Ikonografie des Gangsterfilms und an die Erzählform der Schwarzen Serie hält. Hinter den Kulissen indes torpediert er jedes erdenkliche Klischee, was die Zensoren in Weißglut versetzte. Unnötig zu sagen, dass die "Hexenjagd" der McCarthy-Ära einen Regisseur wie ihn nicht ungeschoren ließ. Seinen nächsten Film drehte er erst 21 Jahre nach Force of Evil. "Kalte Hinrichtung" nannte Brecht solche Ausschaltungen durch das System. (H.T.)
 
Restaurierte Fassung des UCLA Film & Television Archive
 
Einführung von Christoph Huber