Distant Voices, Still Lives, 1988, Terence Davies

Distant Voices, Still Lives

Terence Davies, GB/DE 1988; Drehbuch: Terence Davies; Kamera: William Diver, Patrick Duval; Schnitt: William Diver; Darsteller*innen: Pete Postlethwaite, Freda Dowie, Angela Walsh, Dean Williams, Lorraine Ashbourne. 35mm, Farbe, 83 min. Englisch mit dt. UT
 
Erinnerungen an das Aufwachsen in Liverpool in den 1940ern und 1950ern: ein hypnotischer Sog schmerzlicher und beglückender Momente im Leben einer Arbeiterklasse-Großfamilie, zusammengehalten von der Kraft der Musik. Mit seinem ungewöhnlichen Erzählfluss und der erstaunlichen emotionalen Wirkung sorgte das autobiografisch inspirierte Langfilmdebüt von Terence Davies sogleich für Begeisterung, inzwischen ist es als ein Höhepunkt des britischen Kinos etabliert. In zwei mit einem Jahr Abstand gedrehten Episoden werden die schwierigen Weltkriegsjahre (Distant Voices) sowie der Aufbruch in der Nachkriegszeit (Still Lives) nach dem Tod des gewalttätigen Patriarchen (Pete Postlethwaites Durchbruchsrolle) beschrieben. Unvergesslich ist die poetische Präzision, mit der Davies seine Jugendzeit zum Leben erweckt, manchmal flüchtig wie Geistererscheinungen, dann wieder herzzerreißend direkt in seiner unbarmherzigen Wahrhaftigkeit. (C.H.)